Ausflüge statt Fernflüge
New Basel: ein Manhattan am Rhein auf Kosten der Natur?
Aus dem Areal des Hafens Klybeck, wo heute Altglasberge und Tankanlagen stehen, soll dereinst ein neues Stadtquartier für 4000 Einwohner entstehen. Das Vorhaben ist raumplanerisch sinnvoll, da bereits genutzter Raum entwickelt wird.
Doch vor allem der Ersatzstandort für den Klybeck-Hafen macht Kummer. Er soll auf dem ehemaligen Rangierareal der Deutschen Bahn entstehen. Beim DB-Rangierareal handelt es sich wohl um das wichtigste Naturobjekte des Kantons. Es ist von nationaler Bedeutung und im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden (TWW, siehe Link) aufgenommen. Das Objekt ist eine so genannte Singularität mit einzigartigen Eigenschaften. Zahlreiche Insektenarten und mehrere hundert Blütenpflanzen finden hier Lebensraum.
Der Ersatzhafen auf dem ehemaligen DB-Gelände ist gemäss TWW-Verordnung nur möglich, falls unmittelbare Standortgebundenheit besteht. Dies bedingt eine Variantenprüfung (F, D, jetziger Standort u.a.). Danach muss eine Güterabwägung (z.B. überwiegend öffentliches Interesse von nationaler Bedeutung) vorgenommen werden. Auf jeden Fall muss ökologischer Ersatz geschaffen werden.
> Beschreibung Naturareale in Basel Nord
> Beschreibung der Ruderalflächen im Naturinventar (PDF)
> Karte Naturobjekte im Basler Naturinventar (PDF) (Die grosse rote Fläche im Norden ist das DB-Rangierareal)
> Stadtplankarte des Naturinventars (Informationen durch Klick auf die Fläche)
> Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden (TWW)
> TWW-Verordnung (Art. 7)
> Beitrag Basellandschaftliche Zeitung
> Google maps
Ja zum «CentralParkBasel»
Zonenplan: Poker um Naturschutzzonen
Stellungnahme des WWF Region Basel zur zweiten Planauflage Basisratschlag, Zonenplanrevision der Stadt Basel
16. November 2011
Der WWF Region Basel begrüsst Änderungen, die mit der heute publizierten zweiten Auflage des Zonenplans der Stadt Basel erfolgt sind. So wurden Trockenwiesen von nationaler Bedeutung als Naturschutzgebiete und das Bäumlihofareal als Naturschonzone aufgenommen.
Leider wird der «Landschaftspark Wiese» nicht orientierend ausgewiesen, wie dies der WWF Region Basel vorgeschlagen hatte. 2006 wurde die «Wiese-Initiative» vom Volk angenommen, die für die Wiese-Ebene den «gesetzgeberischen» Schutz für Natur und Erholung verlangte. Die Umsetzung hätte nun im Zonenplan erfolgen sollen.
Grösster Mangel des Zonenplans bleibt die Stossrichtung, das Siedlungsgebiet primär in die Grünzone bzw. das Landwirtschaftsgebiet zu erweitern, ohne dass ein Ausweis über das innere Potential im bereits genutzten Gebiet mit Verdichtung und Umnutzung erfolgt. Dieses Vorgehen entspricht nicht dem zentralen raumplanerischen Grundsatz eines haushälterischen Umgangs mit dem Boden. Der Zusatzbericht zum inneren Potential soll erst nachträglich mit dem Ratschlag an den Grossen Rat erscheinen.
Mit der Annahme des Gegenvorschlags zur Familiengarteninitiative können 20 Prozent der Gärten überbaut werden. Welche dies sind, ist primär eine politische, keine rechtliche Frage. Rechtlich unbefriedigend bleibt jedoch die Festlegung der ökologischen Ersatzmassnahmen.
Leider werden der Münsterhügel und der Wolf-Gottesacker nicht als Schutzgebiete aufgenommen. Nicht im Plan (orientierend) befindet sich auch die «Rheinhalde», das älteste, amtliche geschützte Naturgebiet der Schweiz.
Der WWF Region Basel unterstützt die Ziele der Stadtentwicklung aus raumplanerischen und ökologischen Gründen. Städtische Entwicklung heisst nicht simples Zu- und Höherbauen. Der urbane Aufbruch muss die Balance mit den Qualitäten des Wohn- und Arbeitsortes wahren und diese erhalten – nein: verbessern. Verdichtung verlangt nicht nur Respekt vor sozialen Strukturen, Schutz der erhaltenswerten Bausubstanz und Ausbau des öffentlichen Verkehrs, sondern auch Schaffung von Frei- und Grünflächen. Natur- und Landschaftsschutz sind Teil dieser Anstrengungen, kein Widerspruch.
Der WWF Region Basel wird die Anliegen im Grossen Rat einbringen.
> detailliertere Stellungnahme 2. Publikation (PDF)
> Einsprache 1. Publikation Zonenplan
Vor 51 Jahren ...
Am 11. September 1961 wurde in der Schweiz der World Wide Fund for Nature (WWF) gegründet.
Film des WWF Brasilien:











